Warum hängen Fledermäuse kopfüber von der Decke herab?
uchen die Fledermäuse nach der Jagd wieder
ihren Wohnsitz auf, so lassen sie sich anders als andere Säugetiere
seitenverkehrt nieder. Sie suchen sich einen geeigneten Platz, an
den sie sich mithilfe ihrer Füße festkrallen und hängen so wach und
schlafend.
Auch den Winterschlaf verbringen die Fledermäuse hängend
und sogar tote Fledermäuse werden noch kopfüber hängend aufgefunden.
Dabei müssen sie keinesfalls eine große Muskelkraft aufwenden, denn
das Hängen beruht auf einen Mechanismus, bei dem eine Sehne in eine
geriffelte Halteschlaufe einrastet.
Beim Schlaf hängt der Kopf dabei nach unten, im wachen Zustand wird
der Kopf angehoben und die Fledermaus stößt Ortungslaute aus. Die
Flügel sind gefaltet und an den Körper angelegt. Seitlich am
Fledermauskörper sind dabei die Arme zu sehen. Die Mittelhand- und
Fingerknochen liegen parallel zum Unterarm.
Nun wird man sich vielleicht aus eigener Erfahrung fragen, ob den
Fledermäusen denn dabei das Blut nicht in den Kopf läuft. Doch das
ist eigentlich vollkommener Quatsch, denn das Problem liegt wohl
eher andersherum. Das Blut, das beim Menschen, der ja aufrecht steht
von den Beinen zum Herz gepumpt werden muss, legt einen Weg von
durchschnittlich 120 cm zurück. Dagegen sind die wenigen cm vom
Kopf der Fledermaus bis zum Herzen ein Klacks.
Die Schwerkraft wird also durch Pumpen von Blut umgangen.
Warum die Fledermäuse hängen ist bis dato nicht geklärt worden.
Doch möglicherweise ist ihr Körperbau untauglich für aufrechtes
Sitzen. Außerdem verbringen viele Fledermäuse ihre Zeit in Höhlen.
Und da wäre es denkbar ungünstig und gefährlich, auf dem Boden zu
leben.
© by
Katharina Kleppe.
Stand: 16.11.2002.